Die Dorfgemeinschaft Nütheim – Schleckheim liegt am Fuße der Eifel ca. 10 km vom Stadtkern Aachens in südlicher Richtung entfernt. Seit 1804 gehörte sie zusammen mit anderen benachbarten Orten zur Gemeinde Walheim, die im Zuge der kommunalen Neugliederung im Jahre 1972 zur Stadt Aachen eingemeindet wurden.

Das gesamte Gebiet gehörte zu einer Schenkung von Ludwig dem Frommen an Bernhard von Aniane zur Gründung eines Klosters. Rund tausend Jahre hat das Kloster Inda (heute Kornelimünster) als Freie Reichsabtei, dessen Äbte, weltliche und kirchliche Fürsten, hinsichtlich der Territorialgewalt nur dem Kaiser unterstellt waren, Bestand. Unter Napoleon wurde es dann einer weltlichen Bestimmung zugeführt.

Die ältesten Zeugnisse einer Besiedlung stammen aus der Römerzeit. Die römischen Straßen können als die Lebensadern ihrer Herrschaft angesehen werden. Die Überreste ihrer Villen und sonstige Fundstücke zeugen bis heute von dieser Vergangenheit. Eine römische Hauptstraße ging von Köln über Kornelimünster in Richtung Maas über Bavai in Burgund in den Süden und dann nach Rom. Diese Straße führte östlich von Kornelimünster von der Nordost - Höhe kommend, über die Furt der Inde und stieg am Südhang wieder auf, verlief über Nütheim, damals Notum genannt, in Richtung Westen (Kinkebahn). An diesem Weg bildete sich die Ortschaft Nütheim. An der Südseite der Iter, einem kleinen Bachlauf zwischen den Orten Nütheim und Walheim, waren die Bodenverhältnisse für Ackerbau und Viehzucht am Rande der Nordeifel als Lebensgrundlage besonders günstig, so dass sich dort eine landwirtschaftliche Nutzung herausbildete. Dies ist bis heute so geblieben.

Vor der abteilichen Zeit hat aber die Königsmühle als Mahl- und Ölmühle schon bestanden. Erhalten geblieben sind die Flurnamen, die auf Königsbesitz hinweisen. Ein Franco von Notheim wurde schon 1226 urkundlich erwähnt. Die Urkunde einer Pfändung von 1361 durch Reinhard von Schönforst benennt die Ortschaft erstmals. Der Türsturz eines Fachwerkhauses in der Mitte des Ortes weist die Jahreszahl 1666 auf. Der Steinbau gegenüber diesem Haus, Rote Scheune und später ‚Porz‘ genannt, hat einen Türkeilstein von 1763. Rummerich als abteilicher Hof wird in den Hühnerzinslisten nicht namentlich genannt, ist aber der größte Erbringer dieser Abgaben.

Der heutige Name Nütheim hat sich im Laufe der Jahrhunderte natürlich geändert: Nothem (1336), Nüthem (1597), Nöthem, Notthum (17.Jahrh.) und Nütten (1751).

 

Schleckheim ist ein wenig jünger. Es enstand durch den Hornhof in Slechem oder Sleckem. Er befand sich in privatem Besitz und wurde als ‚Mänövriermasse‘ vom Geldadel angesehen, so dass der Grundbesitz immer verpachtet war. Um diesen Hof herum entwickelte sich die Bebauung, meist Winkelhöfe aus heimischen Bruchstein, deren Gewände in Blaustein gefasst sind. Sie wurden vom 17. bis ins 20.Jahrhundert erbaut. Im Bruderschaftsverzeichnis zum Hl. Kreuz von 14231553 wird Kathrin von der Koeheiden namentlich genannt. Die Kuhheide heißt heute Kroitzheide und ist ein Straßenzug in Schleckheim vornehmlich mit neuer Bebauung. Ein Kaufakt der Abtei vom 28. Oktober 1390 spricht von dem Erwerb eines Hofes für 400 Rheinische Goldgulden in Schleckheim (Slechem).

Der Name Schleckheim geht auf das Jahr 1751 zurück. Vorher wurden folgende Namen verwendet: Slecheim (1382), Slechem (1392), Schleckem (17.Jahrh.).

Die beiden Orte Nütheim und Schleckheim gehörten in abteilicher Zeit zum Pfarrsprengel von St. Stephan (Bergkirche) von Kornelimünster in Übereinstimmung mit dem Gerichtsbezirk der Reichsabtei.

 

Das Zentrum beider Ortschaften ist das kleine Gotteshaus an der heutigen Aachener Straße. Ehemals als Kapellchen auf der höchsten Erhebung der Heide im Jahre 1646 erbaut, nachdem das alte noch kleinere Gotteshaus abgerissen worden war. Später wurde daneben die Schule, die heute als Kindergarten benutzt wird, errichtet. Vor einigen Jahren entstand dann noch ein Dorfplatz neben der Kapelle, so dass der kleine Ort über ein richtiges Ortszentrum verfügt.

Schleckheim hat sich als beliebte Wohngemeinde in Stadtnähe mit ca. 1500 Einwohnern entwickelt. In den Sechziger Jahren hat sich die weltbekannte Maschinenfabrik Schumag im Ort angesiedelt, die einer Vielzahl der Schleckheimer Einwohner als Arbeitsstätte dient.

Der Trend zum weiteren Ausbau als Wohnort ist ungebrochen. Die Landwirtschaft, die ehemals die Existenzgrundlage beider Dörfer war, ist nur noch in Nütheim vorherrschend.

Bezeichnend für die beiden Orte ist das lebhafte Vereinsleben. Es gibt vier Ortsvereine, die sich dem Gesang, der Musik, dem Sport und dem Schützenwesen verschrieben haben. Insgesamt haben die Vereine ca. 800 Mitglieder. Daneben gibt es noch einen Pfadfinderstamm mit dem Namen ‚Vennfüßler‘, die den St. Georgs - Pfadfindern zuzurechnen sind.

Die Entwicklung von Nütheim-Schleckheim